La Neuveville
Neuveville / Neuenstadt
Mundart: nǫ̈̒yаštаt
urkundlicher Beleg: 1314 Nova ville (Bruckner 45)
1323 Nüwenstadt (Brtuckner 45)
Das Städtchen Neuenstadt ist vom Bischof von Basel 1312 als Burgstädtchen gegründet worden. Bedeutsam scheint uns die Stellung und Fügeweise des Adjunkt im romanischen Namen zu sein:nova geht dem Substantiv voraus – wie im Deutschen. Neuveville am Bielersee wäre zu vergleichen mit Villeneuve am Genfersee. Man glaubt, in der deutschen Fügeweise des romanischen Namens Neuveville den Einfluss der deutschsprachigen Gründers, des Bischofs von Basel, wahrzunehmen.
La Neuveville wurde 1312 vom Basler Fürstbischof Gérard de Vuippens als neue Stadt nahe der Grenze zur Grafschaft Neuenburg gegründet. (Wikipedia und historisches Lexikon) Liste der Kulturgüter
Das Bevölkerungswachstum im 12./13. Jahrhundert führte zur Entstehung neuer Städte, die von Klöstern oder Feudalherren gegründet wurden. Diese Orte haben im Allgemeinen einen transparenten Namen (Villeneuve, Bonneville, Froideville usw.), wobei die Stadt die moderne Bedeutung von „Ballungsgebiet“ und nicht mehr die von „Bauernhof, landwirtschaftliche Ausbeutung“ hat. Die Stadt La Neuveville wurde 1312 vom Bischof von Basel (Glatthard 1977a: 187) auf dem Gebiet des ehemaligen Pagus von Nugerol gegründet, das sich von Cressier NE bis La Neuveville erstreckte (siehe → Le Landeron NE). Der Ortsname La Neuveville setzt sich aus dem Adjektiv nouvelle (< lateinisch nŏva) und dem Substantiv ville (< lateinisch villa) zusammen. In antiken Zeugnissen finden wir zwei Arten von Kompositionen: Nova Villa (häufiger) und Villa Nova. Die Anteposition des Adjektivs nouvelle wurde möglicherweise von der germanischen Syntax beeinflusst, im Gegensatz zum französischen Typ → Villeneuve VD, steht aber nicht im Widerspruch zur romanischen Syntax der Zeit. Das Exonym Neuenstadt ist eine wörtliche Übersetzung. Im 14. Jahrhundert trug La Neuveville auch den Namen Bonna Villa „gute Stadt“ (siehe Urkunde von 1386). Dieser Name war zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch in den Dialekten Orvin [ɔ lɑ bɔn vɛlː], Évilard [ɑ lɑ bon vɛl] (Weigold 1948: 41) sowie in dem von Romont-Plagne [la bonval] lebendig. (Keller 1937b: 444). Das Vorhandensein des Artikels in einem Ortsnamen aus dem Jurabogen weist allgemein darauf hin, dass der Ort nach dem 12. Jahrhundert gegründet wurde.
1986
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